Wie viele Plugins sind bei WordPress maximal okay?

WordPress ist schon im Auslieferungszustand ein hervorragendes Content-Management-System (CMS), mit dem sich eine solide Website erstellen lässt. Dennoch handelt es sich dabei ebenso um eine schlank gehaltene Software, sodass man wohl nur in den seltensten Fällen ohne Erweiterungen auskommt. Diese Erweiterungen werden im Fachjargon Plugins genannt und sind dazu da, den Funktionsumfang auszubauen. Die Frage, die sich viele Websitebetreiber aber oft stellen ist, wie viele Plugins bei WordPress maximal okay sind.

Eine Website lebt davon, dass sie die Bedürfnisse ihrer Betreiber und der Besucher optimal bedient. Schließlich haben jede Internetpräsenz und deren Gäste andere Ansprüche, derer man mit der Grundversion von WordPress kaum gerecht werden kann. Für dieses Problem gibt es allerdings schier unendlich viele Plugins – allein im offiziellen Plugin-Repertoire von WordPress sind es mehrere Zehntausend. Darüber hinaus ist es auch sehr einfach, ein Plugin zu installieren. Diese Vielzahl an Plugins und die Einfachheit ihrer Installation könnten so manchen dazu verleiten, eine Erweiterung nach der anderen zu installieren. Vor allem auch deswegen, weil es keine offizielle Obergrenze gibt.

Plugins lassen sich sehr komfortabel installieren. Einfach auf "Plugins" und dann "Installieren" klicken.
Es ist sehr komfortabel, Plugins in WordPress zu installieren. Einfach in der linken Leiste auf „Plugins“ klicken und dann darunter oder etwas nach oben rechts versetzt (siehe die beiden Ellipsen) auf „Installieren“ klicken.

Viele versus wenige Plugins

Wie bei so vielen anderen Dingen auf der Welt existieren auch bei der Frage nach der Anzahl an Plugins zwei Lager. Das eine, das dafür plädiert, ruhig viele Erweiterungen zu installieren, da dies ja kein Problem darstelle. Und das andere, das eher vorsichtig ist und am liebsten ganz auf Plugins verzichten würde. Wenn man sich mal kurz auf die zweite Gruppe fokussiert und diese nach den Gründen für ihre Zurückhaltung fragt, bekommt man vor allem folgende drei Argumente:

1. Je mehr Plugins und je komplexer diese sind, desto größer die Gefahr, dass das CMS negativ beeinträchtigt wird (Instablitität, Langsamkeit).

2. Je mehr Plugins, desto mehr Angriffsfläche bietet man Cyberkriminellen.

3. Je mehr Plugins, desto abhängiger ist man von anderen, nämlich den Erstellern der Plugins. Etwa in der Form, dass man nie weiß, inwiefern diese zuverlässig für Updates sorgen oder ihr Plugin auch weiterhin pflegen.

Es handelt sich dabei zwar um berechtigte Einwände, diese sollten einen aber dennoch nicht davon abhalten, auf alle notwendigen und/oder praktischen Erweiterungen zu verzichten. Denn die genannten Szenarien können zwar eintreten, aber das ist eben nicht zwingend der Fall. Zudem kann man mit dem gesunden Menschenverstand auch für Risikominimierung sorgen (siehe übernächsten Punkt).

Wie viele Plugins sind bei WordPress nun maximal okay?

Stattdessen ist es einfach so, dass man es weder unter- noch übertreiben sollte. Das heißt, die inflationäre Verwendung von Plugins ist genauso unklug wie ein kompletter Plugins-Verzicht. Wie auch immer: Es gibt keine allgemeingültige Antwort nach der Höchstanzahl an Erweiterungen. Das liegt unter anderem auch an den folgenden Tatsachen:

1. Jedes Plugin ist unterschiedlich. So existieren kleine und große Plugins. Außerdem solche, die mehr ins System eingreifen als andere. Darüber hinaus gibt es qualitativ hochwertige sowie minderwertige Erweiterungen.

2. Jede Website ist anders. Während die eine mit wenigen Plugins auskommt, braucht die andere deutlich mehr. So wird ein Shop, der mehrsprachig läuft, mehr Erweiterungen brauchen als ein reines Blog, das nur in einer einzigen Sprache gehalten ist.

Die ideale Vorgehensweise bezüglich Plugins

Daraus folgt: Plugins ja, aber man sollte bei der Installation derselben Vernunft walten lassen.

Das bedeutet, dass man nach folgendem Schema vorgehen sollte, bevor man ein Plugin installiert:

1. Sich überlegen: Brauche ich das Plugin wirklich? Wenn nein, dann sollte man es nicht installieren.

2. Wenn ich die Funktion tatsächlich brauche: Kann ich statt des Plugins auch selber einen Code in ein Child-Theme schreiben?

3. Habe ich festgestellt, dass es ohne Plugins nicht geht: Plugins nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen. Die offizielle Plugin-Seite von WordPress ist zum Beispiel ein sicherer Hafen.

4. Sicherstellen, dass das Plugin, für das man sich interessiert, noch gepflegt wird. Dabei nach folgenden Punkten schauen:

a) Wann wurde es zuletzt aktualisiert?

b) Wie sieht es mit dem Support aus? Erfahren User im Support-Forum eine Unterstützung?

c) Bewertungen anschauen und unter die Lupe nehmen, das heißt, gibt es irgendwelche Auffälligkeiten?

5. Nach der Installation eines Plugins prüfen, ob sich die Website noch so verhält wie vorher, oder ob sie langsamer geworden ist beziehungsweise sich vielleicht sogar überhaupt nicht mehr aufrufen lässt. Ist das der Fall, diese Erweiterung deinstallieren und schauen, ob es Alternativen gibt. Ebenfalls eine Prüfung durchführen sollte man, wenn man ein Plugin geupdatet hat, denn auch danach kann es zu Konflikten kommen.

6. Plugins, die man nicht mehr benötigt, löschen. Solche Plugins, die man lediglich ab und an mal braucht, sollten, wenn sie gerade nicht genutzt werden, deaktiviert sein. Denn auf deaktivierte Erweiterungen wird beim Aufruf der Website ebenfalls nicht zugegriffen, daher lädt sie schneller.

Auch noch interessant zu wissen

Dass Erweiterungen auch dafür verantwortlich sein können, dass die Site langsamer wird, liegt unter anderem daran, dass diese Informationen in der Datenbank speichern. Die Datenbank muss dadurch natürlich mehr verarbeiten, was eben Zeit kostet. Zeit ist übrigens auch ein Rankingfaktor bei Google und Co., sodass man dafür sorgen sollte, dass die Website schnell lädt. Ein Grund mehr, wirklich nur hilfreiche Plugins zu installieren.

Unglücklicherweise gibt es ebenso Plugins, von denen auch nach ihrer Löschung noch Infos in der Datenbank vorhanden sind. Das liegt zum Beispiel daran, dass dies vorteilhaft sein kann, wenn man dieses Plugin doch wieder installieren möchte.

Fazit

Die Frage, wie viele Plugins bei WordPress maximal okay sind, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es spielen einfach zu viele Faktoren hinein. Jedoch sollte man grundsätzlich überlegen, ob eine Erweiterung sinnvoll ist und ob der Sicherheitsaspekt bei dieser genügend Berücksichtigung findet.

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