Während es im ersten Teil um die Themen „Stabilität und Tragfähigkeit“ sowie „Größe und Gewicht“ ging, werde ich heute unter anderem auf das Thema „Preis“ und verschiedene Materialarten eingehen.

Preis

Wahrscheinlich werden viele schon gleich zu Anfang über dieses Kriterium “stolpern”; schließlich möchte niemand nur aufgrund seiner Leidenschaft zur Fotografie einen gewissen Herrn, der als Schuldnerberatung im Auftrage eines großen Privatsenders arbeitet, bei sich zu Hause begrüßen müssen.

 

Andererseits sollte man auch nicht alles vom Preis abhängig machen; eventuell lohnt es sich, mit dem Stativkauf noch etwas zu warten, um sich dann ein besseres kaufen zu können.

 

Es gibt auch Leute, die behaupten, dass man sich von vornherein nur das beste Stativ holen und nicht aufs Geld achten soll. Sie argumentieren dabei auch durchaus vernünftig und nachvollziehbar, nämlich, dass ein Stativ eine Investition fürs Leben ist, da ein gutes Stativ ein Leben lang halten kann und man – wenn man sich erst ein günstigeres Stativ holt – letztlich Verlust macht, da man irgendwann feststellt, dass es eben doch ein Top-Stativ sein muss.

Dem halte ich zum einen die bereits oben erwähnte Sache entgegen, dass man sich für die Fotografie nicht finanziell übernehmen sollte. Des Weiteren ist es nicht nur in der Fotografie so, dass wenn man sich immer gleich das beste holt, schnell die Freude verfliegen kann.

 

Die Stative, die ich mir im Laufe der Zeit angeschaut habe, variierten zwischen € 15 und € 900. Ich denke, es sollte weder das eine Extrem sein, noch muss man unbedingt zum anderen hin tendieren.

 

d) Material

Wahrscheinlich wird man schon während des ersten Überfliegens einiger Stativ-Angebote bemerkt haben, dass es verschiedene Materialien für Stative gibt.

Die zwei gängigsten sind wohl:

  • Aluminium und
  • Karbon

 

Während Alu-Stative günstiger sind als ihre Karbon-Pendants, haben letztere den Vorteil, dass sie nicht nur leichter, sondern auch schwingungsärmer sind.

Die folgende Tabelle soll die Unterschiede zwischen Aluminium- und Karbonvarianten in Bezug auf Gewicht und Preis verdeutlichen.

 

Modell Unterbezeichnung Material Gewicht Preis
Manfrotto 055 XPROB Aluminium 2,4 kg 135,00 €
Manfrotto 055 CX3 Karbon (Mittelsäule Alu) 1,78 kg 275,00 €
Manfrotto 190 XPROB Aluminium 1,8 kg 115,00 €
Manfrotto 190 CXPRO3 Karbon 1,3 kg 250,00 €

(Als Vergleichswert wurden hier die gerundeten Preise eines großen Internetkaufhauses zum Zeitpunkt März 2011 genommen. Dass lediglich Stative des Unternehmens Manfrotto genommen wurden, hat damit zu tun, dass ich mich mit dieser Marke am meisten beschäftigt habe; es gibt aber auch noch andere Anbieter ;) )

 

Wie man hier deutlich sieht, sind Karbon-Stative tatsächlich wesentlich teurer, allerdings auch eben deutlich leichter. Zwar mögen die Gewichtsunterschiede im Schnitt „nur“ 500 g ausmachen, aber dieses halbe Kilogramm macht sich gerade auf langen Strecken durchaus bemerkbar.

 

e) Anzahl der Beinauszüge/Packmaß

Es heißt, ein Stativ mit zwei Auszügen sei stabiler als eines mit drei Auszügen. Außerdem sind sie in der Regel etwas günstiger. Allerdings weisen Stative mit drei Auszügen ein geringeres Packmaß (Länge des zusammengeschobenen Stativs eingefahrener Mittelsäule) auf und sind leichter zu verstauen.

 

f) Schnapp- oder Schraubmechanismus

Auch das ist absolut eine Frage des eigenen Geschmacks. Ich persönlich mag Schraubverschlüsse nicht, also kommt für mich nur ein Stativ mit Schnappverschlüssen in Frage. Das finde ich praktischer und es geht schneller. Bei manchen Stativen mit Schraubverschluss muss man aufpassen, dass man die Beine nicht mitverdreht; bei einigen Stativen mit Klemmverschluss soll es angeblich passieren, dass die Klemmen haken (was mir allerdings noch nicht passiert ist).

 

g) Gummi- oder Spikefüße

Es wird oft gesagt, dass Spikefüße einen sichereren Halt bieten, zumindest dann, wenn der Boden es zulässt, dass die Spikes in ihm einen zusätzlichen Halt finden, nämlich dann, wenn es ein weicher Boden ist, wie beispielsweise Erde. Ob man das wirklich braucht, muss man für sich selbst entscheiden. Für einige Stative gibt es allerdings Spikes als Zubehör oder aber es sind bereits Spikes verbaut, die man herausdrehen kann.

 

i) Robustheit

Bei der Robustheit hat wohl Aluminium die Nase vorn; Karbon soll schon deutlich anfälliger sein. Andererseits soll es im Internet irgendwo ein Filmchen geben, bei dem jemand sein Karbonstativ absichtlich ein Treppenhaus hinunterwarf und dieses keine nennenswerten Schäden davontrug. Ich denke, es ist auch hier wieder eine Frage des Einsatzes: wenn ich weiß, dass ich das Stativ viel in extremen Umgebungen einsetze, wird die Wahl wohl auf die Aluminiumvariante fallen; wenn ich jedoch weiß, dass ich eher unter normalen Bedingungen fotografiere und das Stativ längere Zeit mit mir tragen muss, entscheide ich mich eher für ein Karbonstativ.

 

 

Fazit

Es wurde wohl deutlich, dass ein Stativkauf nichts ist, was „mal so eben“ von sich geht.

Es gibt einfach zu viel zu beachten und man muss mit dem Dreibein ja auch zurechtkommen, damit man viel Freude daran hat und es nicht ungenutzt in der Ecke steht.

Hat man jedoch das richtige Stativ gefunden, wird es einen sehr viele Jahre begleiten und einem nützliche Dienste erweisen :)

 

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Filed under: Fotografie

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