Neue oder alte Rechtschreibung im Blog – und: der oder das Blog?
Wenn man sich mal näher mit der Blogmaterie beschäftigt und diverse diesbezügliche Ratgeber liest, kommt man früher oder später immer an den Punkt, dass gesagt wird, korrekte Rechtschreibung sei mit das A und O eines Blogs.
Allerdings habe ich bisher noch keinen Artikel darüber gefunden, welche Rechtschreibung man nun nehmen soll, also ob die alte oder die neue nun geeigneter ist. Gerade aber die Art der Rechtschreibung kann ein entscheidendes Stilmittel für ein/en Blog sein.
Wer mal genau hingeschaut hat, wird festgestellt haben, dass ich bei meinem Bilderharmonie.de-Blog die klassische Version verwende, während ich hier auf die neue zurückgreife.
Warum das so ist, darauf gehe ich im Folgenden ein.
Die klassische Rechtschreibung im Bilderharmonie.de-Blog
Der Bilderharmonie.de-Blog wurde im Jahr 2011 ins Leben gerufen, also schon lange, nachdem die Reform mehr oder weniger endgültig eingeführt worden war. „Mehr oder weniger“ deshalb, weil es so lange Zeit noch Veränderungen gab, dass es mich nicht wundern würde, käme heute immer noch die ein oder andere dazu (was auch durchaus legitim ist, da Sprache ja von Veränderungen lebt).
Warum ich mich dort nun dennoch für die klassische Version entschied, hat damit zu tun, dass ich als Künstler genau das ausdrücken möchte, was ich fühle und was mich als Person ausmacht. Und da ich als „Kind der alten Rechtschreibung“ mit genau dieser aufgewachsen bin und diese auch verinnerlicht habe UND weil es ja die sogenannte „künstlerische Freiheit“ gibt, wird es in dem Blog selten passieren, dass das dass das daß aus Versehen übertrumpft
Es hat bei mir also nichts mit ideologischen Gründen zu tun, wenngleich ich es auch gar nicht mal so schlecht finde, wenn die alte Rechtschreibung dadurch noch ein wenig am Leben gehalten wird
Die neue Rechtschreibung in diesem Blog
Die für den Bilderharmonie.de-Blog geltenden Gründe können hier so natürlich nicht übernommen werden, so dass ich hier eben die neue Version nehme. Einschränkend muss ich allerdings dazu sagen, dass mir hier sicherlich öfter Rechtschreibfehler unterlaufen werden, als dies im anderen Blog der Fall ist. Dabei tröstet mich allerdings die Tatsache, dass ich bisher noch jede/n Deutschlehrer/in damit „drangekriegt“ habe, wie man denn heutzutage „Litfaßsäule“ korrekt schreibt; ich bin also bei weitem nicht der einzige, der mit dieser Schreibweise auf Kriegsfuß steht
Dass ich mich hier dennoch dafür entschieden habe, liegt einfach daran, dass ich in diesem Blog zu aktuellen Themen Stellung nehme, da ist dann die aktuelle Rechtschreibung meiner Meinung nach auch angebrachter. Andererseits kann man natürlich auch argumentieren, dass die Verwendung der klassischen Rechtschreibung für Kontinuität stünde, was im Zeitalter des Internets zwar eher in den Hintergrund gerückt, aber dennoch nicht minder wichtig ist.
Diese beiden Argumenten abwägend, entschloss ich mich dann doch für die neue Rechtschreibung, weil es einfach auch trainiert, wenn man sie aktiv anwendet. Da nehme ich dann auch den Umstand hin, dass der Reform Prozess… ups, ich meinte natürlich Reformprozess… dafür gesorgt hat, dass gewisse Wörter mal so und mal anders geschrieben wurden. War beispielsweise laut klassischer Rechtschreibung ausschließlich „selbständig“ noch korrekt, so musste es anfangs laut neuer Rechtschreibung plötzlich „selbstständig“ (also mit 2 ‚st‘) sein; mittlerweile ist beides erlaubt.
Der oder das Blog?
Auch die Grammatik kann einen manchmal ziemlich verwirren.
Ich war vor kurzem ziemlich erstaunt, ständig davon zu lesen, dass es „das Blog“ heißt, war ich doch immer davon ausgegangen, es wäre „der Blog“. Nun war ich schon kurz davor, sämtliche Texte zu ändern.
Aber manchmal braucht der Mensch Glück und es war mir in diesem Falle hold; nach relativ kurzer Recherche war klar, dass beides „gestattet“ ist.
Die sachliche Form geht wohl darauf zurück, dass ‚Blog‘ die Abkürzung für „Weblog“ ist. „Log“ wiederum ist die Abkürzung für „Logbuch“ und „Buch“ an sich ist ja geschlechtsneutral.
„Der Blog“ wird wahrscheinlich deshalb erlaubt sein, weil sich diese Form im allgemeinen Sprachgebrauch so eingebürgert hat.
Fazit
Bezüglich Rechtschreibung ist es so, dass man diese durchaus gezielt einsetzen kann. Je nach Thema und Publikum des Blogs empfiehlt es sich, sich auch darüber einmal Gedanken zu machen, denn es wird immer kritische Leser und Leserinnen geben. Bei manchen kann man mit der einen Version punkten, während man bei anderen damit eher für Unmut sorgt. Wer allerdings ein/en rein privaten/s Blog betreibt, schreibt sowieso so, wie ihm bzw. ihr „der Schnabel gewachsen“ ist
Was die Sache mit dem „Geschlecht“ eines Blogs anbetrifft, sehe ich es so, dass „das Blog“ etwas gehobener klingt als „der Blog“, aber da ich für die Allgemeinheit schreibe, bevorzuge ich eben die Variante, die sich durch den Sprachgebrauch entwickelt hat.
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Na du machst dir aber viele Gedanken wegen der Rechtschreibung, was bestimmt nicht verkehrt ist, aber was ich manchmal so lese, das ist alles andere als ein guter Stil und ich schreibe garantiert auch sehr vieles nach der alten Methode, doch mir liegen die sogenannten “Fäkalwörter” (von mir erfunden*g*) so gar nicht.
Da wird keine vernünftige Sprache mehr genutzt, einfach drauflos und Frust ablassen, das ist nämlich für viel absolut schick.
Das Blog kenne ich auch, nenne es aber den Blog und wer mag, kann mich gerne verbessern, bin für jeden Hinweis dankbar.
Und jetzt wünsche ich dir einfach mal einen schönen Abend / Nacht und hoffe, dass dein Tag genau so schön, wie meiner war.
LG Mathilda
Ich finde Sprache schon interessant, weil man durch den richtigen Umgang mit ihr auch mehr Möglichkeiten hat
Was mir auffällt, ist, dass die meisten Blogbetreiber schon Wert darauf legen, sprachlich angemessen zu schreiben, wobei Ausnahmen natürlich die Regel bestätigen. Und klar, je nach Einsatzzweck des Blogs kann es dann auch schon mal etwas “unkonventioneller” vor sich gehen, das hab ich teils auch schon beobachtet.
Letztlich denke ich, hat ein Blogartikel zwei Dinge, die hervorstechen: Bilder und Worte. Und je mehr beide die Leser fesseln, umso besser
Und danke, ich hatte trotz des doch eher dürftigen Spiels gestern abend einen immerhin noch netten Tagesausklang; ich hoffe, das heutige Spiel wird besser
Hallo Thomas,
Und ich freue mich außerdem darüber, das in meinem Blog bisher alle höflich, freundlich und sehr nett kommentiert haben. Egal mit welcher Schreibweise ist es doch eher wichtig, was man “wie” sendet, so kommt es auch zurück. Nein, bisher hatte ich auch noch nicht das Bedürfnis, eine Antwort in den Papierkorb zu werfen. Das einzige: ich habe einen Blog – der Blog und alles andere klingt schrill in meinen Ohren 
gestern hatte ich deinen Artikel quer gelesen, komme erst jetzt dazu dir zu antworten. Mit der neuen Rechtschreibung stehe ich auf dem so genannten Kriegsfuß. Bisher konnte ich nicht feststellen, das ich missverständliche Kommentare, Emails oder per Hand geschriebene Ansichtskarten abgesendet habe. Zu meiner großen Beruhigung stellte ich in der Vergangenheit fest, jede(r) versteht mich, ansonsten muss eine klare Ansage her
Dein vorletzter Absatz bringt es auf den Punkt.
lg magdalena
Hallo Magdalena,
Und auch ich bleib vom Fehlerteufel ja nicht verschont 
nun, ich denke, die meisten, die nicht mit der neuen Rechtschreibung aufgewachsen sind, haben ihre Probleme, was ja auch damit zu tun hat, dass sie oftmals verändert wurde.
Und klar, das Wichtigste ist natürlich, dass man verstanden wird.
Ich habe es – wie gesagt – oft gelesen, dass korrekte Rechtschreibung wichtig ist, witzigerweise auf Blogs, die es damit anscheinend selber nicht so genau nehmen
Aber ich denke, Sprache ist eben ein zusätzliches Mittel, um Botschaften zu senden und ich experimentiere auch ganz gerne mit ihr – und das war dann auch der Grund, warum ich mir mal die Gedanken gemacht habe
manchmal sind doch kleine Fehlerteufel zum schmunzeln oder lachen; bisher habe ich keine in deinen Texten gefunden. Hast du ein “Rechtschreibfehlerfindenprogramm”?
Naja, in privaten Blogs ist das sicherlich unkritischer, wenn einem so etwas passiert
Das Programm, mit dem ich Texte schreibe, hat zwar eine Rechtschreibfunktion, die aber meist nur dann “meckert”, wenn mir ein Tippfehler unterläuft
Hallo Thomas,
Solange man freundlich miteinander umgeht..
für mich ist es schon sehr wichtig wie man was wo schreibt :grins: .
Ich bin da seeehr empfindlich.
Mit der neuen Rechtschreibung bin ich *zwangsweise* konfrontiert worden, durch meine Ableger halt, die taten schon ihres dazu um mich zu korrigieren
Aber die oberste Priorität hat sie für mich nicht.
Das sich auch die Sprache mit der Zeit verändert, ist – meiner Meinung nach- völlig in Ordnung, das muss auch so sein.
Man kann an der Art der ausformulierten Beiträge sehr wohl erkennen…sage ich mal ganz salopp….wo der Hammer hängt und ob ich deshalb das Blog zukünftig besuche oder es lasse, weil, wie schon von dir erwähnt, es nicht interessant genug ist.
Ich mag Sprachakrobatik…ist doch spannend
Dann hoffe ich, dass das heutige Fußballspiel doch noch steigerungsfähig ist und wünsche dir einen schönen Abend
Isis
Hallo Isis,
Die Krise bekomme ich immer dann, wenn selbst renommierte Unternehmen in ihrer Werbung die unglaublichsten Fehler produzieren. Da wird dann aus dem Bankkunden ein “Bank Kunde”.
wie gesagt, ein gewisses Auge werfe ich auch drauf, bzw. viele Sachen sehe ich automatisch. Sprachen bereiten mir in der Regel keine großen Probleme und von daher fallen mir eben auch Sachen auf, die andere übersehen (aber wie gesagt, perfekt bin ich sicherlich auch nicht)
Das Wichtigste ist natürlich die Netiquette, aber wenn das “Drumherum” auch noch stimmt, finde ich das natürlich dann richtig gut
Und ja, es ist eben das “zusätzliche Etwas”, das die Sprachakrobatik, wie Du es nennst, für sich vereinnahmen kann.
Lustlosigkeit in Blogs habe ich auch schon öfter erlebt, aber meistens waren diese dann auch nicht mehr allzu lange online – das ist also auch ein interessanter Indikator
Zum Fußballspiel: es war spannend und ich hoffe, Du hattest ebenfalls einen schönen Abend
Thomas
Hallo Thomas,
ich finde es super, dass Du Dir um eine korrekte Rechtschreibung Gedanken machst. Ich glaube, das tun nicht so sehr viele. Mir fällt es immer noch schwer, wenn ich handschriftliche Briefe schreibe, was zugegebenermaßen recht selten vorkommt,habe ich mit den neuen Regeln immer noch so meine Probleme. Ansonsten hilft mir ja fleißig mein Rechtschreibprogramm, das mich manchmal dennoch verwirrt.
Ob es nun der oder das Blog heißt, war für mich auch lange eine Frage. Ich bin nun bei das angekommen, obwohl es für mich irgendwie falsch klingt.
Du hast hier mit Deinem Beitrag eine ganz interessante Frage aufgeworfen. Finde ich gut.
Liebe Grüße
Hallo Silberdistel,

nun ja, nachdem durch PC und Handy (hierbei vor allem die SMS-Funktion) die Rechtschreibung immer mehr in den Hintergrund gerückt ist, kann es nicht schaden, wenn man mal ein bisschen in die entgegengesetzte Richtung steuert
Handschriftlich habe ich wohl noch nie die neue Rechtschreibung verwendet, das würde mir wohl auch überhaupt nicht gelingen, da z.B. das “daß” von mir schon automatisch so geschrieben wird. Und per Hand schreibe ich auch nur äußerst selten und wenn, dann auch rein privat.
Was den/das Blog anbetrifft: ich habe auch eine gewisse Zeit gebraucht, ehe ich “das Blog” akzeptiert habe, aber so langsam festigt es sich
Und es freut mich, dass Dir die Diskussion hier zugesagt hat