Fotokurs: Nachtaufnahmen, Teil 2

Im ersten Teil über Nachtaufnahmen bin ich auf die Themen

  • Stativ,
  • Kamera,
  • Spiegelvorauslösung und
  • Fern-/Selbstauslöser

eingegangen.

Nachtaufnahme; Quelle: http://bilderharmonie.de

Nachtaufnahme; Quelle: http://bilderharmonie.de

 

Im heutigen zweiten Teil geht es, wie bereits  angekündigt, um die Themen Bildstabilisator und Autofokus, sowie um die Blende, Belichtungsreihen und Weißabgleich.

 

 

Bildstabilisator

Für viele ist der Bildstabilisator aus der Fotografie nicht mehr wegzudenken, leistet er doch gute Arbeit und rettet so manches Bild davor, unansehnlich zu werden, wenn man aus der Hand heraus auf den Auslöser drückt.

 

Die Nachtfotografie jedoch hat ihre eigenen Regeln; eine davon ist, dass der Bildstabilisator ausgeschaltet werden muss.

 

Wie ich bereits schrieb, ist ein Stativ – egal, ob ein tatsächliches oder ein behelfsmäßiges – bei Dunkelheit Pflicht. Verwendet man ein Stativ, ist es jedoch so, dass man mit eingeschaltetem Bildstabilisator das gleiche Ergebnis erzielt, als wenn man bei einer Aufnahme am hellichten Tag ohne Stabilisator arbeitet: das Bild droht zu verwackeln.

 

Autofokus

Und hier haben wir dann den nächsten Fall, bei dem die eigenen Regeln der Nachtfotografie einsetzen: der Autofokus kann hierbei durchaus kontraproduktiv sein.

 

In der Dunkelheit hat die Kamera Probleme, scharf zu stellen, so dass der Autofokus sich dann zwar abmüht, das Bild scharf zu stellen, aber oftmals erfolglos.

 

Nun kann man dem Ganzen auf verschiedene Arten und Weisen entgegenwirken:

  • Man schaltet den Autofokus aus und stellt manuell scharf,
  • man sucht sich einen hellen Punkt innerhalb des Motivs, auf den man fokussieren kann, oder
  • man nimmt zum Beispiel eine Taschenlampe, mit der man einen Bereich im Motiv erhellt (was natürlich eher bei geringen Entfernungen funktioniert).

 

In letzterem Falle lässt man dann den Autofokus scharfstellen und schaltet dann Taschenlampe und Autofokus aus, bevor man den (Fern-)Auslöser betätigt.

 

Blende

Zunächst einmal: ich hatte ja bei den Grundlagen der Belichtung beschrieben, dass je größer die Blende ist, desto mehr Licht die Kamera in kürzerer Zeit sammeln kann. Also könnte man ja meinen, dass bei Nachtaufnahmen eine große Blende (kleine Blendenzahl) ideal wäre. Allerdings: erstens steht die Kamera ja eh fest und ruhig auf dem Stativ, so dass es egal ist, wie lange man belichtet und zweitens erreicht man bei Nachtaufnahmen ein Mehr an Schärfentiefe (manche sagen auch Tiefenschärfe dazu), wenn man eine kleine Blende (große Blendenzahl) nimmt, was gleichzeitig die Aufnahme plastischer wirken lässt.

 

Des Weiteren ist es so, dass sich gerade die Dunkelheit anbietet, um HDR-Bilder (auch zu diesem Thema werde ich noch einen Artikel verfassen) zu erstellen. Dies geschieht mit Hilfe von Belichtungsreihen.

 

Belichtungsreihen

Es kommen nur dann gute Bilder heraus, wenn man lediglich die Belichtungszeit ändert, die Blende innerhalb einer Belichtungsreihe aber konstant hält.

Natürlich kann man auch mit der Blende experimentieren, aber man sollte diese dann eben nur von Reihe zu Reihe ändern.

 

Weißabgleich

Gerade nachts ist es schwierig abzuschätzen, wie man den Weißabgleich am besten einstellt. Deshalb haben hier Kameras die Nase vorn, die die Bilder auch im sogenannten Rohformat (üblicherweise mit „RAW“ bezeichnet) abspeichern können. So kann man später in der Nachbearbeitung am PC bequem herausfinden, welche Temperatureinstellung die beste ist.

Natürlich kann man auch schon während des Fotografierens mit dem Weißabgleich experimentieren, und die besten Aufnahmen sind ja meistens die, bei denen man nachträglich nichts oder nur wenig verändern muss, aber der ein oder die andere kann in der Dunkelheit Probleme bekommen, einzuschätzen, wie der Weißabgleich nun am besten eingestellt werden sollte und deshalb empfehle ich gerade nachts, auf die RAW-Funktion zurückzugreifen.

 

So viel zum zweiten Teil. Im dritten Part gehe ich unter anderem auf die Themen ISO und unerwünschte Lichtquellen ein.

2 Gedanken zu „Fotokurs: Nachtaufnahmen, Teil 2

  1. Mathilda

    Oh man, davon habe ich gelesen, einiges probiert, aber ich möchte wirklich mal mit jemandem losziehen, der sich so gut auskennt wie du.
    Ein Fotoworkshop, oder einen Fotourlaub.
    Ich speicher mir das jetzt erst mal ab, bin technisch ne NULL :-(

    Liebe Grüße

    Mathilda

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    1. Thomas Artikelautor

      Lässt sich theoretisch alles einrichten ;)

      Was das Technische anbetrifft: Jeder hat doch mal klein angefangen, aber das heißt ja nicht, dass man sich nicht weiterentwickeln kann. Und mit schwierigem Licht dauert es vielleicht auch ein wenig länger, bis man da den Bogen raus hat :)

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