Foto-Kurs: Nachtaufnahmen, Teil 1
Nachtaufnahmen sind immer wieder gefragte Motive, wie ich auf meiner Seite Bilderharmonie.de feststelle.
Tatsächlich liefert das künstliche Licht den Stoff, um Gegenden ein ganz besonderes Flair zu geben.
Doch auch Nachtaufnahmen, die ohne künstliches Licht auskommen, haben ihren Reiz.

Nachtaufnahme; Quelle: http://bilderharmonie.de
So schön Bilder in der Dunkelheit auch sind, so schwierig ist es jedoch, gute Aufnahmen hinzubekommen.
Im folgenden möchte ich daher einige Tipps und Tricks geben, damit aus der Foto-Lust kein Foto-Frust wird
Zunächst einmal: nicht nur, aber gerade nachts braucht eine Kamera, um gute Aufnahmen zu liefern, ausreichend Licht, ansonsten ist das Ergebnis eine Mischung aus Unterbelichtung und Verwackelung.
Wenn man sich also nicht an einem Ort aufhält, an dem sich gerade das Phänomen der Sommersonnenwende ereignet, oder der durch künstliche Quellen extremst erhellt wird, wird man nur schwerlich drumherum kommen, lange zu belichten. Natürlich könnte man auch die ISO in die Höhe schrauben, aber je nach Dunkelheit reicht selbst die höchste Stufe nicht und außerdem ist da ja auch immer noch das Problem des Bildrauschens.
Stativ
Aus diesem Grunde braucht man als erstes Hilfsmittel einen festen Untergrund, auf dem die Kamera für die Zeit der Belichtung sicher steht. Da Stative allerdings Geld kosten und vor allem höherwertige nicht gerade günstig sind, kann man sich auch erst einmal anderweitig behelfen. So habe ich mich früher ganz gerne Mauervorsprüngen bedient, Bücher gestapelt (wozu die Uni-Zeit nicht gut war
) oder auch mal eine Leiter benutzt. Leider musste ich bei einigen dieser „Notlösungen“ feststellen, dass sie doch nicht so verwacklungsfrei waren, wie ich erst dachte, so dass manche Bilder später gehörig danebengingen (was ich allerdings erst auf dem Computermonitor sah (vor allem in der 100%-Auflösung)). Je nach Stativ braucht man auch noch einen externen Stativkopf, aber dazu ein andermal mehr; für jetzt nur so viel: es gibt auch Komplett-Sets bzw. Stative mit verbautem Kopf.
Ach ja: Einbeinstative eignen sich meiner Meinung nach nicht wirklich für Nachtaufnahmen, von daher ist schon ein Dreibein zu empfehlen.
Kamera
Gerade bei Nachtaufnahmen zahlt es sich aus, eine höherwertige Kamera zu haben. Spiegelreflexkameras leisten hierbei in der Regel bessere Ergebnisse als Kompakt- oder Bridgekameras.
Spiegel-Vorauslösung
Da gerade Langzeitbelichtungen extrem empfindlich sind, empfiehlt es sich, im Kameramenu die Spiegelvorauslösung einzustellen, da sonst vom Spiegel aus Erschütterungen entstehen, durch die das Bild verwackelt.
Fern- beziehungsweise Selbstauslöser
Um den Effekt der Spiegel-Vorauslösung nicht wieder zunichte zu machen, indem das Bild beim Betätigen des Auslösers unscharf wird, eignen sich Fernauslöser ganz gut. In den meisten Fällen handelt es sich entweder um kabelgebundene oder um solche, die per Infrarot funktionieren.
Für die ersten Experimente kann man allerdings auch auf den kamera-eigenen Selbstauslöser zurückgreifen, wobei ich hierbei dazu raten würde, je nach Stabilität des Stativs (oder behelfsmäßigen „Stativs“) die Dauer bis zum Zeitpunkt des Auslösens etwas höher als nur zwei Sekunden zu stellen. Ich persönlich nehme meistens fünf Sekunden; als mein Stativ noch ein sehr einfaches war, habe ich in den meisten Fällen 10 Sekunden eingestellt.
So viel erst einmal für den Anfang. Im zweiten Teil gehe ich unter anderem auf die Themen Bildstabilisator und Autofokus ein.
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Filed under: Fotografie
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Das finde ich richtig klasse, das ich hier noch etwas lernen kann, denn mit den manuellen Einstellungen hapert es bei mir.
Und gleich meine Frage:Wo stelle ich denn die Belichtungszeit ein und was habe ich dann zu beachten??
LG Mathilda
Hallo Mathilda,
Du bist die erste, die hier einen Kommentar hinterlassen hat
Herzlich willkommen und freut mich, wenn ich Dir mit diesem Blog eine Hilfe sein kann
Ich weiß leider nicht, was für eine Kamera Du hast; normalerweise müsstest Du auf Modus “M” stellen und dann z.B. anhand eines Rädchens, das sich an Deiner Kamera befindet, die Belichtungszeit einstellen können. Bei meiner Kamera zum Beispiel steht die Belichtungszeit neben der Blendenzahl und letztere ist ganz einfach daran zu erkennen, dass ein “F” davorsteht.
Du kannst ja mal bei Tageslicht die Blende auf (f)11 stellen und die Belichtungszeit auf 100 und dann experimentierst Du mit letzterer ein bisschen herum: gehst Du mit der Zahl runter, wird das Bild heller; drehst Du sie rauf, kommt ein dunkleres Bild dabei heraus
geschafft!!!!!!
Herzlichen Glückwunsch
Dann hab ich Dir ja alleine schon durch die Existenz dieses Blogs zu einem Erfolgserlebnis verholfen, oder?
was seid ihr alle so herzig gut zu mir
winkewinke
also ich habe eine bescheidene PowerShot S95 im Herbst bekommen; meine Blog-Begeisterung konnte das Handy nicht mehr “aushalten”
daher bescheidene Fotos, trotzdem macht es mir sehr viel Spaß……
allen ein schönes Wochenende
magdalena
Och, so bescheiden find ich die PowerShot nicht, das ist schon eine gute Kamera, wenn ich sehe, was sie alles so für Funktionen hat
Jedenfalls hast Du eine Menge Möglichkeiten damit 
Und der Spaß ist doch eh das wichtigste an der ganzen Sache, oder?
Last but not least: ich besuche Deinen Blog gerne und die Bilder von Deinen Stoffen gefallen mir immer sehr gut
…. es kribbelt in meinem PowerShotAuslöseZeigefingerrechts. Gibst du auch Kurse in live oder nur virtuell? Aaah, das ist überhaupt eine coole Idee von mir. Ich buche dich!!! noch die klitzekleine Frage, wie hoch das Honorar deinerseits wäre. Und vielen Dank für dein Blog-Lob. Das freut mich jetzt “sakrisch”
Ich hab auch schon vor Ort beraten
Das mit dem Honorar mache ich immer individuell aus – das kommt auf Umfang und Tiefe an. Du kannst mich diesbezüglich gerne unter blog@thomas-sonntag.com anmailen
Und gerne doch, ich hab ja nur gesagt, wie es ist
danke schön, nach Ostern melde ich mich….
Prima, ich freu mich
Vorhin habe ich alle Symbole in der PowerShot durchgeklickt. Ich fand einen Fisch. Habe ich also auch eine Unterwasserkamera?
Davon würde ich nicht ausgehen – und es auch nicht unbedingt drauf ankommen lassen
Ich kenne die Kamera nun nicht, gehe aber mal davon aus, dass damit ein Fischaugen-Effekt ausgelöst werden soll.
Ich habe auch festgestellt, dass mit dem Fernauslöser 2 Sekunden nicht reichen. Das ergibt dann oft noch arg verwackelte Bilder. Ich nehme jetzt schon immer zur Sicherheit lieber 10 Sekunden. Allerdings sollte ich mir vielleicht einmal ein etwas stabileres Stativ zulegen.
Das Ungerechte ist ja, dass einem solche Verwacklungen meistens erst zu Hause auffallen.
Und ein gutes Stativ ist da wirklich Gold wert! Apropos: das wird eines der nächsten Foto-Themen sein; erst einmal Allgemeines über Stative und dann werd ich mal meins bzw. meine beiden vorstellen
Das interessiert mich schon jetzt, denn es gibt ja viele, die sooo angepriesen werden und dann doch nicht das halten, was sie versprechen.
Ein Stativkauf kann schon eine Herausforderung sein, weil man eine ganze Menge Dinge berücksichtigen muss. Wenn also etwas angepriesen wird, ist halt immer die Frage, was dafür dann eventuell unter den Teppich gekehrt wird.
In den Vorbereitungen über den Artikel steck ich jedenfalls schon